Vorstellungen mit Audiodeskription
von EveryBody Access
Im Staatstheater Nürnberg
Richard-Wagner-Platz 2
Nürnberg
Oper
Jesus Christ Superstar
22.11.2026 und 24.01.2027
Rigoletto
17.05.2027 und 06.06.2027
Schauspiel
Die Erfindung der Schuhe
11.12.2026 und 17.12.2026
Woyzeck
09.07.2027 und 13.07.2027
Ballett
New Ballets Russes
17.07.2026, 28.02.2027 und 22.03.2027
Les Ballets Actueles
27.10.2026 und 12.11.2026
Mehr Information zu den Vorstellungen und Buchung:
https://www.staatstheater-nuernberg.de/content/audiodeskription
Theater, Oper und Ballett für alle erlebbar machen
Artikel aus Nürnberger Nachrichten 04.02.2026 asbi
" NÜRNBERG - Don't touch - bitte nicht anfassen? Von wegen. Im Staatstheater Nürnberg ist Anfassen nicht nur erlaubt, es ist vielmehr ausdrücklich erwünscht. Bei den Audiodeskriptio-nen (AD) und Tastführungen können sehbeeinträchtigte und blinde Bürgerinnen und Bürger mit den Fingern sehen. Requisiten, Kostüme, Perü-cken: Was ist das wohl für ein Materi-al, welcher Gegenstand, und was hat es damit auf sich?
Die AD sind eine Kooperation des Staatstheaters mit dem KunstKultur-Quartier Nürnberg sowie EveryBody Access Nürnberg. Die Idee: Kultur für blinde und sehbehinderte Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen und das Theater als Treffpunkt für Sehende und nicht Sehende barrierefrei zu gestalten.
Arztkittel als zentrales Kostüm
Am heutigen Mittwochabend steht im Schauspielhaus „Die Ärztin" auf dem Programm, ein Drama frei nach „Professor Bethardi" von Arthur Schnitzler. Da fällt beim Betasten einer Textilie umgehend der Groschen und vor dem geistigen Auge entsteht das Bild eines Arztkittels, das zentrale Kostüm des Stückes.
Bei der hölzernen Bank auf der Bühne dauert es etwas länger, bis sie identifiziert ist. In einer Szene der Vorstellung sitzt die Ärzteschaft auf Bänken, um darüber zu beraten, wie umzugehen ist mit dem Skandal „Ärztin verweigert Priester den Zugang zu sterbender 14-Jährigen".
Die Tastführung startet zwei Stunden vor Beginn der Aufführung und dauert rund 50 Minuten. Es gibt eine Einführung in das Werk sowie Hintergrundinformationen, und das Inszenierungskonzept wird erläutert.
Anschließend malt die Audiodeskriptorin beziehungsweise der Audiodeskriptor mit Worten präzise und en detail das Bild von Bühne und Requisiten - Material, Farbe, Größe, Standort et cetera. Während der Bühnenbegehung können die Teilnehmenden Objekte nacheinander ertasten und in die Handlung des Stücks einordnen.
Live eingesprochen
Die AD beschreibt die visuellen und szenischen Vorgänge auf der Bühne - die Figuren, Kostüme und Bühnenbild. Sie wird während der Vorstellung live eingesprochen und kann über eine spezielle App auf dem eigenen Smartphone über einen Kopfhörer mitverfolgt werden.
Die Texte zu erstellen ist nicht leicht. Es braucht so viele Worte wie nötig, um die Handlung verständlich zu machen, und so wenige wie möglich, um den Originalklang der Vorstellung nicht zu stören; das alles in einer allgemein verständlichen Sprache.
Bei der Live-Audiodeskription sitzt der Audiodeskriptor in einer Kabine und beobachtet die Bühne, um die Kommentare, die Beschreibungen genau in die Sprechpausen einzupas-sen. Die Audiodeskriptorinnen und Audiodeskriptoren werden eigens in Workshops geschult. Den Text erstellt ein Team aus blinden und sehenden Redakteuren in minutiöser Kleinarbeit. Da kommt es auf Nuancen an.
Bei der „Generalprobe" testet eine blinde Kontrollgruppe dann die Texte, die Produktionsdramaturgie nimmt sie am Ende ab."